Iden-tität (lat. idem: derselbe, dieselbe, dasselbe)

Wenn wir in gewissen Eigenschaften übereinstimmen mit z. B. jemand anderem, dann sind wir in diesen Eigenschaften identisch.

Identitäten bilden sich in Übereinstimmung mit Eigenschaften der Umgebung, der Menschen, der Kultur usw. oder werden bewusster im Kontrast zu Eigenschaften der Umgebung, der Menschen ...
So können wir uns z. B. als stark erleben entweder im Heben eines schweren Gewichtes oder im Kontrast zu Menschen, die wir schwächer erleben, als es unserer Kraft entspricht. Eine Identität von „Ich bin stark“ bildet sich.

In der Psychologie wird die Einheit, die Gesamtheit einer Person als Identität benannt. Sie stimmt in sich überein – in vielen unterschiedlichen Eigenschaften – mit einem Gesamt-Eindruck, einem Gesamt-Bild, einem Gesamt-Empfinden von sich. Die unterschiedlichen Eigenschaften bilden eine Kohärenz, d. h., sie hängen in ihren Stimmungen, Arten und Weisen so zusammen, dass sie ein harmonisches, einheitliches Klangbild von einer Person ermöglichen. Unterschiedliche Identitäten möchten integriert werden, bis eine Einheit, ein „Mit-sich-im-Reinen-Sein“ gefunden wurde. Frieden und Ruhe kann aufkommen – mit dem, wer wir geworden sind, wer wir werden können und werden möchten.

Die Identität stellt die Gesamtheit der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Erfahrungen dar und ist somit nichts Statisches.
Die Identität kann uns nicht „genommen“ werden, da wir immer wer sind und immer im Werden werden.

 

Identitätsräume

Wir leben jederzeit umgeben von Räumen. Sie tragen wesentlich dazu bei, wer wir heute sind und wer wir werden können – und sogar dazu, wer wir werden möchten. „Es gibt uns nicht ohne Impulse und Berührungen im Raum“. Räume begleiten uns ein Leben lang und sind untrennbar verwoben mit unserer Identität.

Wollen wir wesentlich, sinnhaft, gesund werden, dann unterstützen uns Räume, die Wesenhaftes in sich tragen und aus sinnlich gesunden Stoffen sind. Wir sind körperlich wesenhaft aus dem Stoff der Natur beschaffen. Wesentlich gesunde Identitäten entwickeln sich in Räumen mit natürlichen Materialien. Kompositionen von Formen, Farben, Strukturen, Materialien im Raum können unserem Leben die Richtung verleihen, die unserer individuellen Identität und Entwicklung entsprechen. Auf diese Weise unterstützt die Ein-Richtung in Räumen die persönliche aktuelle Lebens-Richtung, die Lebendigkeit, das Werden.

Lernen wir Identitätsräume gestalten, die uns wesentlich im Leben unterstützen, so beginnen wir einen Beitrag zu leben, durch den sich die Menschen in Zukunft ihrer Würde und Größe entsprechend entwickeln können und durch den die Lebens-Welt in eine natürliche und schöne Ordnung zurückfinden kann.

 

Identitäts-Raum

Der Identitäts-Raum ermöglicht Heil-Werden, Ganz-Werden, Ankommen, Heimat.
Die Integration der unterschiedlichen, nicht kohärenten Identitäten ist im Identitäts-Raum möglich. Entfremdete Identitäten entspannen sich, nach langem Sich-Anstrengen, in den wesenhaften Raum. So entpuppt sich zum Beispiel hinter einer angestrengten, nie zufriedenen, perfektionistischen Identität eine Liebe zur Präzision.
Im Identitäts-Raum bewegt uns die Entwicklungsbewegung des Werdens ständig und trägt uns von einem Augenblick zum nächsten. Das Spiel der Identitäten wird zum Kommen und Gehen von Erfahrungen im steten, sich ändernden Fluss.